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DIE
ABWESENDEN The
Absentees is a series of 5 photograph-collages of architectural spaces
in Berlin. Each photograph is associated with a fictional short story. Berlin 2008-2010 |
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Mühsamstraße [deu] Der Hof meines Hauses hat nichts besonderes. Es ist ein Hinterhof von vielen in Berlin. In Jahrzehnten hat sich hier nichts verändert. Das Einzige, was man in meinem Hinterhof wahrnimmt ist die Zeit. Wenn man ihn durchquert spürt man fast körperlich, wie die Zeit stehen bleibt. Muss ich den Hof passieren, bleibe ich niemals auch nur für eine Sekunde stehen. Aus irgendeinem Grund habe ich die Gewissheit, zwänge mich etwas oder jemand dazu, meinen Weg zur Straße zu unterbrechen, bliebe ich für immer in dem Hof gefangen. Dann hätte ich keine andere Wahl, als die Vergangenheit endlos wieder zu erleben und die Zukunft fände niemals statt, denn ich gelangte nie dorthin. Es gibt Tage, wie heute, an denen ich, wenn ich aus dem Fenster sehe, ahne, wie die Zeit in diesem Hof auf besondere Weise still steht. Grade heute scheint er wie eine Gravitations-Entschleunigungskapsel. Es gibt keine Farben, trotz des Lichts. Es gibt keine Bewegungen, obwohl ich den Wind höre. Auch höre und sehe ich nie jemanden. Ich glaube alle meine Nachbarn haben die gleiche Angst wie ich den Hof zu durchqueren. An Tagen wie heute, warte ich bis es Nacht wird bevor ich hinausgehe. In der Nacht verlangsamt sich die Zeit überall gleich. Nicht nur in meinem Hof. Und aus einem Grund den ich nicht kenne, sinkt die Bedrohung. Vielleicht weil sie sich auf die Straße ausbreitet und sich nicht mehr nur auf meinen Hof konzentriert. In der Nacht gehe ich nicht direkt durch den Hof, sondern, mit dem Körper eng an die Mauern gepresst, bis zur Tür die auf die Straße führt. Der Grund für dieses etwas exzentrische Benehmen hat eine sehr logische Erklärung. An einer der Mauern, in 10 Meter Höhe, gibt es eine Lampe, die das Zentrum des Hofes beleuchtet. Das Licht ist nicht sehr intensiv und erhellt nicht alles, daher ist es mir möglich durch die Dunkelheit geschützt zum Ausgang zu gelangen. Das größte Problem beim Durchqueren des Hofes ist mich des Abfalls zu entledigen. Die verschiedenen Müllcontainer befinden sich in der Mitte des Hofs und um den Müll entsorgen zu können, hieße es vollständig zum Stillstand zu kommen, haben die Container doch alle große und schwere Deckel aus Plastik, die es zu öffnen gilt. Diese Tatsache, die sich als überaus gefährlich darstellt und deren eintreten ich unbedingt vermeiden muss, zwingt mich kleinere Mengen Abfalls in meinem Rucksack zu transportieren, um ihn in den spärlich in den Straßen angebrachten öffentlichen Mülleimern zu entsorgen. In Deutschland bleibt
der Abfall in den Containern Privatbesitz bis er von der städtischen
Müllabfuhr eingesammelt wird. Wenn es einem Verzweifelten oder
einem Sammler von Objekten einfällt, etwas aus einem Müllcontainer
in einem Hinterhof zu nehmen, kann er des Diebstahls beschuldigt werden,
denn laut Gesetzt ist der Müll Privatbesitz. Das Gesetzt zieht
auch den gegenteiligen Fall in Betracht. Das heißt, wenn jemand,
der nicht in dem Gebäude mit dem zugehörigen Container wohnt,
die Hinterhältigkeit besitzt dort Abfall weg zuwerfen, oder irgendein
anderes Objekt, so kann er angezeigt und gezwungen werden eine Strafe
zahlen. Mein Hof unterscheidet sich nicht von den vielen anderen Innenhöfen. Die Vorstellung, dass die Zeit mich in einem fremden Hof festhalten könnte ist äußerst unangenehm aus dem einfachen Grund, dass ich in einer fremden Vergangenheit gefangen bliebe und dazu gezwungen wäre endlos grauenvolle Irrtümer zu wiederholen. Und ich bin nicht bereit eine Strafe für die Schuld anderer zu zahlen.
Übersetzung: Nik Pitton El patio de mi casa no tiene nada en particular. Es un patio de vecinos como hay tantos en Berlín. Durante decenios nada ha cambiado. El tiempo es lo único que se percibe en mi patio. Al cruzarlo se siente casi físicamente como el trascurrir del tiempo se detiene. Cuando tengo que cruzarlo nunca me paro ni un segundo en el patio porque tengo la certeza que si por alguna razón, algo o alguien me obliga a interrumpir mi pasos hacia la calle, quedaré atrapado en el patio para siempre y me veré obligado a revivir infinitamente el pasado y el futuro nunca sucederá porque nunca podré llegar.
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